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Mehr Sicherheit für Spielzeug: Neue Grenzwerte für Aluminium-Migration und Formaldehyd

Um die jüngsten Verbraucher möglichst effektiv zu schützen, hat die EU-Kommission erneut verschärfte Grenzwerte für möglicherweise gesundheitsgefährdende Stoffe in Kinderspielzeug vorgeschlagen. Dazu zählt unter anderem Aluminium. Für die Migration des Metalls aus Spielzeugmaterialien gelten bereits gesetzliche Beschränkungen. Aufgrund einer neuen Einstufung durch das Scientific Committee on Health, Environmental and Emerging Risks (SCHEER) sind nun allerdings Änderungen vorgesehen. Nach der geplanten Regelung, die Ende 2020 in Kraft treten könnte, verringern sich die bisherigen Migrations-Grenzwerte in Teil III des Anhangs II der Spielzeug-Richtlinie 2009/48/EG wie folgt:

MaterialAktueller GrenzwertVorgeschlagener Grenzwert
in trockenen, brüchigen, staubförmigen oder geschmeidigen Spielzeugmaterialien5.625 mg/kg5.625 mg/kg 2.250 mg/kg
in flüssigen oder haftenden Spielzeugmaterialien1.406 mg/kg560 mg/kg
in abgeschabten Spielzeugmaterialien70.000 mg/kg28.130 mg/kg

Die chemische Verbindung Formaldehyd ist als krebserregender Stoff der Kategorie 1B eingestuft. Sie wird unter anderem in Polymermaterialien, in Klebstoffkomponenten in kunstharzgebundenem Holz (zum Beispiel MDF-, HDF-Platten), als Konservierungsmittel und bei der Herstellung von Textilien, Leder und Papier eingesetzt. Im Dezember 2018 hat die EU-Kommission einen Entwurf für eine Änderung der Spielzeug-Richtlinie 2009/48/EG veröffentlicht. Danach sollen Grenzwerte für Formaldehyd in den Anhang II Anlage C der Richtlinie aufgenommen werden. Betroffen von der Neuregelung ist Spielzeug, das zur Verwendung durch Kleinkinder unter drei Jahren bestimmt ist bzw. anderes Spielzeug, welches dazu bestimmt ist, in den Mund genommen zu werden.

MaterialVorgeschlagener Grenzwert
Polymere1,5 mg/L (Migration)
Kunstharzgebundenes Holz0,1 ml/m³ (Emission)
Textil30 mg/kg (Gesamtgehalt)
Leder30 mg/kg (Gesamtgehalt)
Papier30 mg/kg (Gesamtgehalt)
Wässriges Material10 mg/kg (Gesamtgehalt)

Die geplanten neuen Regelungen sind angelehnt an die Anforderungen der EN 71-9, jedoch sind die Grenzwerte für Polymere und wässriges Material etwas niedriger angesetzt. Für Holzwerkstoffe müsste zudem künftig nicht mehr nach EN 717-3 (Flaschenmethode), sondern nach EN 717-1 (Prüfkammermethode) geprüft werden. Der Entwurf soll im zweiten Quartal 2019 angenommen werden; in Kraft treten könnte die neue Regelung Ende 2020.

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